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Die Geschichte Lilith Edens und des „Blutvolks“

Nachdem Bastei Entertainment den 1. Zyklus der VAMPIRA-Serie im eBook veröffentlichte, zu finden unter anderem auf Amazon, aber auch auf allen anderen Portalen, folgt nun bei APEX mit BLUTVOLK die Veröffentlichung der früheren Taschenhefte, die den 2. Zyklus (oder wie man heute sagen würde: die 2. Staffel) der Vampir-Saga darstellen. BLUTVOLK ist selbsterklärend. Wer sich als Neuleser dennoch für die Geschehnisse der 1. Staffel im Detail interessiert, sollte idealerweise die als Folgen 1-41 bei Bastei erschienen Romane vorab lesen. Hier auf dieser Homepage findet sich lediglich eine grobe Zusammenfassung der Ereignisse.

Copyright (c) Christian Dörge / Apex-Verlag

Alles begann 1994, in einer magischen Welt, der unseren verdächtig ähnlich …

Zwei Jahre früher als vorgesehen erwacht eine geheimnisumwobene Vampirin namens Lilith Eden in einem magisch gesicherten Haus in Sydney aus einem geplanten 100-Jahre-Schlaf. Im Jahr 1896 war sie von der Vampirin Creanna und dem Menschen Sean Lancaster gezeugt worden. Äußerlich ist ihr das hohe Alter jedoch nicht anzusehen. Dank ihres mütterlichen Erbes wirkt sie wie eine Zwanzigjährige. Sie ist das Kind zweier Welten, dem es von einer anfangs unbekannten Macht bestimmt wurde, Vampiren den Tod zu bringen, wo immer sie auf sie trifft.

Diese Macht, die über Zeiträume von Jahrtausenden plante und taktierte, zeigt sich in Gestalt eines blendend hellen LICHTS. Von dieser Kraft und deren Dienern wird Lilith trotz ihrer anfänglichen Verwirrung und Unsicherheit allmählich auf den ihr bestimmten Pfad geführt.

Die meisten Menschen, mit denen sie in näheren Kontakt gerät, sterben durch die Hand ihrer Feinde. Nur Beth MacKinsay, eine Reporterin, und Duncan Luther, ein ehemaliger Priesteranwärter, begleiteten sie eine längere Strecke ihres Wegs, der Lilith bis in die fernste Vergangenheit führt, wo sie jener Person begegnet, die sich hinter dem LICHT verbirgt.

Bis zu dieser Begegnung war Lilith auf der Jagd nach dem Lilienkelch – dem Fortpflanzungsinstrument der Vampire, die selbst unfruchtbar und außerstande sind, sich wie Menschen zu vermehren. Eine Vereinigung zwischen Mensch und Vampir ist zwar möglich, doch nur, wenn es ein Kind der Liebe ist – ein Gefühl, das bei Vampirinnen so gut wie nie vorkommt. Creanna bildete hier eine Ausnahme, weil sie bereits bei ihrer Kelchtaufe genetisch verändert wurde.

Bei dieser Taufe müssen entführte Menschenkinder das schwarze Blut eines Sippenoberhaupts der Vampire aus dem magischen Lilienkelch trinken, sterben daran – und erwachen mit dem Durst nach rotem Blut wieder.

Copyright (c) Christian Dörge / Apex-Verlag

So gezeugte Vampire besitzen magische Kräfte, die sich mit zunehmendem Alter und Blutkonsum steigern; unter anderem sind sie zur Hypnose und zur Transformation in Tiergestalt (Fledermaus und Wolf) fähig. Bei ihrem Blutmahl geben sie einen Keim weiter, der ihre Opfer nach deren Tod in gehorsame Dienerkreaturen verwandelt, die ihrerseits aber weder über magische Kräfte verfügen, noch einen Keim weitergeben können. Auch sind sie lichtscheu, während ein »echter« Vampir den Tag nicht fürchten muss; lediglich seine Fähigkeiten sind dann auf ein Minimum reduziert. Blut brauchen jedoch beide artverwandte Geschöpfe zum Überleben. Ohne dieses würden sie schnell altern und schließlich zu Staub zerfallen.

Der Lilienkelch wurde von einem Hüter traditionell von Sippe zu Sippe gebracht, um neue Vampire zu taufen. Doch eines Tages, im Jahr 1727, verschwanden sowohl Kelch als auch Hüter von der Bildfläche. Seither blieb die Zahl echter Vampire beinahe unverändert, sank sogar mit jeder tödlichen Niederlage, die ein Vampir im Kampf erlitt. Nach Liliths Erwachen dezimierte sie sich weiter, weil es immer wieder zu direkten Konfrontationen kam. Dennoch war es von Anfang an ein unmögliches Unterfangen, jemals alle Angehörigen dieser Alten Rasse zu besiegen.

Copyright (c) Christian Dörge / Apex-Verlag

Wichtigstes Ziel für Lilith ist es zunächst, den Lilienkelch aufzuspüren, der allem Anschein nach immer noch existiert. Ihre Absicht: den Kelch zu finden und zu zerstören, um so die Zahl ihrer Gegner nach und nach weiter reduzieren zu können.

Als ihr größter Rivale auf der Suche nach dem verschwundenen Unheiligtum ist ein Vampir namens Landru. Diese legendenverklärte Person entpuppt sich im weiteren Verlauf als jener Hüter, dem 1727 der Kelch gestohlen worden war. Da der Hüter immer inkognito und maskiert reiste, wissen auch die Vampire nichts von Landrus Vergangenheit und wahrer Identität. Woran ihm auch nicht gelegen ist, denn sein einziges Bestreben liegt darin, die alten Verhältnisse wiederherzustellen. Er will den Dieb ausfindig machen, ihn strafen und den Lilienkelch wieder in den Besitz der Alten Rasse zurückführen. Alles soll werden, wie es einmal war…

Dass es nie wieder so werden konnte, lag auch an einer Schwester Landrus – deren enge Verwandtschaft er aber zunächst weder durchschaute noch anerkannte.

Eine Vampirin, die sich Felidae nannte, hatte den Lilienkelch einst im Dunklen Dom des Berges Ararat, der Heimstatt der Hüter, an sich gebracht und Landru ihren Tod vorgetäuscht. Als Landru nach mehr als zweieinhalb Jahrhunderte dauernder Suche die Wahrheit erkennt, kommt es zu einem erneuten Kampf, und es gelingt ihm, den Lilienkelch zurückzuerringen. Felidae bleibt schwerverletzt in Sydney zurück, während Landru mit dem magischen Gefäß nach Polen flieht, wo er sich vor Liliths Nachstellungen sicher wähnt.

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Er rechnet jedoch nicht mit den Möglichkeiten des LICHTS und den Vorkehrungen, die Felidae getroffen hat. Der erste Vampir, den Landru in der Abgeschiedenheit aus seinem eigenen Blut zeugt und Lazarus tauft, erweist sich als »Diebstahlsicherung« Felidaes. Lazarus ist so »programmiert«, dass er seinen Vater hintergeht, den Lilienkelch an sich bringt und fünf Tage Zeit hat, ihn Felidae zu übergeben. In dieser Zeit altert Lazarus rapide und setzt dabei so viel magische Kraft frei, dass er Landru gewachsen ist. Mit Liliths Unterstützung gelangt der Kelch zurück in den Besitz der wiedergenesenen Felidae, die sich damit ins Unbekannte absetzt,

Längst ist klar, dass Felidae und Lilith auf derselben Seite stehen – Vasallen des LICHTS, das einige Vampire dazu benutzt, um alle Vampire zu vernichten. Das Warum bleibt aber zunächst im dunkeln.

Bald erkennt Lilith, dass auch sie beim Trinken von Blut einen Keim an ihre Opfer weitergibt – und dass offenbar nie beabsichtigt war, ihre Opfer am Leben zu lassen, wie sie es seit jeher tut.

Duncan Luther spürt die geheime Macht dieses Keims als erster. Nachdem er in Indien von Vampiren umgebracht, auf ominöse Weise aber wiederbelebt wurde, wächst der Drang in ihm, nach Uruk im heutigen Irak aufzubrechen. Ihm schließen sich andere Opfer Liliths, inzwischen zu Tode gekommen, an, und gemeinsam graben sie in der Nähe der biblischen Stätten im Euphratgebiet den Zugang zu einem unterirdischen Korridor frei, der nicht von einem Ort zum anderen führt, sondern… durch die Zeit weit in die Vergangenheit.

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Dieser Tunnel besitzt Tore zu früheren Epochen, in denen Vampire besonderen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte nahmen. Auf diese Weise wird Luther Zeitzeuge der Geschehnisse um den Vampir-Pharao Echnaton und lernt, ohne es zu wissen, einen Vorgänger im Amt des Hüters, Harlorki, kennen. Außerdem verschlägt es ihn in die frühe sumerische Zeit vor der Sintflut, wo er als Götter verehrten Vampiren begegnet. Ebenso wie eine Handvoll Menschen bauten auch diese Vorläufer der späteren Vampire an einer Arche, um die sich abzeichnende Flutkatastrophe zu überleben.

Luther stellt verblüfft fest, dass es enorme Unterschiede zwischen den Vampiren, wie er sie kennt, und denen der sumerischen Zeit gibt. Anum, Ischtar, Enlil… und wie sie alle heißen… sind viel mächtiger als die späteren Vampire. Sie sind imstande, sogar die Zeit in begrenzter Weise magisch zu beeinflussen. Auch schaffen sie keine Dienerkreaturen oder zerfallen zu Staub, wenn ihnen das Genick gebrochen oder sie gepfählt werden. Und der wichtigste Unterschied: Sie kennen den Lilienkelch überhaupt nicht!

Kurz vor Einsetzen der Sintflut verlässt Luther diese ebenso düstere wie rätselhafte Epoche und begibt sich an sein eigentliches Ziel: das Ende des Korridors. Dorthin, wo seine und die Aufgabe aller Toten mit Liliths Keim wartet…

Copyright (c) Christian Dörge / Apex-Verlag

Lilith gelangt in der Gegenwart in den Besitz eines Artefakts aus jenen Tagen, von denen sie selbst noch nichts ahnt: einen Stab von der Form einer bissbereiten Schlange. Menschen, deren Blut mit den Zähnen der Schlange in Berührung kommt, verfallen dem Wahnsinn, und schließlich wird der Stab von den Vampiren der Tokioter Sippe gestohlen.

Etwa zeitgleich erfährt Lilith die Geschichte Salenas – einer Vorläuferin von Creanna und ihr selbst. Es stellt sich heraus, dass das LICHT schon viele Jahrhunderte vor dem Diebstahl des Lilienkelchs einen Versuch unternahm, ein Kind zur Welt zu bringen, das beide Rassen, Mensch und Vampir, in sich vereint. Doch Landru spürte die bereits in den Wehen liegende Vampirin auf und tötete sie und das Kind in ihrem Bauch…

Nach diesen Erkenntnissen geraten die Dinge für Lilith mehr und mehr in Fluss. Felidae meldet sich wieder und verabredet sich mit ihr beim Eingang zum Zeitkorridor nahe Uruk. Dort soll Lilith ihre endgültige Reife aus dem Lilienkelch erhalten und sich aller Konsequenzen ihrer Bestimmung bewusst werden. Doch zuvor schickt Felidae sie noch in die Türkei, zur im Ararat verborgenen Heimstatt der Hüter, wo sie die Agrippa in ihren Besitz bringen soll, ein eiförmiges Gebilde, das Felidae als Schlüssel zum Ritual bezeichnet.

Hadernd bricht Lilith auf. Allein. Beth MacKinsay, die sie bis dahin begleitet hat, bleibt verletzt in Kairo zurück, wo eine uralte Gefahr für alle Vampire reaktiviert wurde, um Landru aufzuhalten, der bereits dicht davor steht, den Korridor bei Uruk ebenfalls zu entdecken.

Der Nexius, ein aus einem misslungenen Kelchexperiment hervorgegangenes Ungeheuer, kann beinahe aus seinem Gefängnis entkommen – einer von Echnaton erbauten, unterirdischen Pyramide. Im letzten Moment gelingt es Landru, die Bannsiegel wieder zu schließen. Er ahnt nicht, dass im Körper der Vampirin Nofretete ein Teil des Nexius doch entwichen ist. Nofretete, die Gattin Echnatons, wurde damals zusammen mit dem Nexius eingekerkert und nun von Landru befreit, der starke Gefühle für sie entwickelt. Er verlässt sie jedoch unter Zeitdruck und setzt seinen Weg nach Uruk fort.

Unterdessen erfährt der Leser (aber noch nicht Lilith), um wen es sich bei den Kelchhütern handelt: um die ehemaligen sumerischen »Götter«, die sich mit ihrer Arche vor der Sintflut retteten, danach aber in einen Stasisschlaf verfielen. Immer nur einer von ihnen wurde – bar jeder Erinnerung – erweckt, um für tausend Jahre den Lilienkelch, vom LICHT mit auf die Arche gegeben, zu nutzen, um ein neues Vampirgeschlecht auf der Erde zu etablieren!

Lilith findet die Agrippa und befreit sie aus dem Altarstein des Doms. Sie kehrt nach Kairo zurück, und bricht dann gemeinsam mit Beth MacKinsay nach Uruk auf – ohne zu ahnen, dass sie von Landru dabei beschattet wird.

Felidae lebt nicht mehr. Sie wurde vom LICHT zu einem Wächterwesen gemacht, das die Stätte gegen Unbefugte schützen soll. Dort, am Zutritt zum Korridor, zwingt das LICHT die inzwischen immer stärker zweifelnde Lilith, aus dem Lilienkelch zu trinken – worauf Lilith all ihre Menschlichkeit abstreift und sogar ihre Freundin Beth gefühllos umbringt. Danach bricht sie auf zum Ende des Korridors, wohin bereits die Träger ihres Keims vorausgeeilt sind.

Landru folgt ihr – aber das Ritual, bei dem alle Toten, auch Duncan Luther, zu Asche verbrennen, kann er nicht verhindern. Die Macht hinter dem LICHT wird erweckt: die Mutter aller Kelchhüter, die im Ararat strandeten und die in Wahrheit nichts anderes sind als die vor Gott verheimlichten Kinder der Ur-Lilith, jenes Weibs, das Gott Adam zuerst zur Seite stellte, um das Menschengeschlecht zu gründen (übrigens nicht von uns erfunden, sondern dem jüdischen Talmut entliehen!).

Wegen ihrer Verfehlungen verwies Gott sie aus dem Garten Eden und schuf Eva als Adams zweite Frau. Von Rachsucht getrieben verführte die Ur-Lilith in Gestalt einer Schlange Eva zum Sündenfall. Dafür verdammte Gott sie in ein Grab, das vom Ablauf der Zeit unangetastet blieb. Eine finstere Höhle, in der die Bestrafte bei Bewusstsein blieb und über ihre Vergehen nachdenken sollte – bis in alle Ewigkeit.

Doch die Ur-Lilith fand Wege aus dem Kerker heraus. In ihren Träumen überwand sie Grab und Zeit… und errettete ihre Nachkommenschaft vor Gottes Sintflut. Kraft ihres Geistes schuf sie die Voraussetzungen für einen Neuanfang ihrer Kinder und Kindeskinder.

Doch dann, über die Jahrtausende, spaltete sich das Böse von ihr ab. Von Reue befallen sann sie nach Wegen, ihre Abkehr von Gott rückgängig zu machen und ihn um Vergebung zu bitten. Und darum, die Menschheit von der Plage der Vampire zu befreien.

Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet eines ihrer geheimen Kinder, Landru, sie tödlich verletzt, bevor sie zu Gott zurückgelangen kann. Doch die von ihr gerufene Lilith vollendet den Plan doch noch – während der Muttermörder Landru durch den Korridor der Zeit flieht und nicht ahnt, dass ihm etwas vom Schöpfer mitgegeben wurde. In der Gegenwart stolpert er geradezu über den Lilienkelch und nimmt ihn an sich. Als Lilith kurz nach ihm die Gegenwart erreicht, glaubt sie, dass der Kelch zu Staub zerfallen ist – wie auch der Korridor der Zeit aufhört zu existieren.

Bald jedoch werden beide ihre Irrtümer begreifen.

Landru und Lilith…

 

Adrian Doyle/Manfred Weinland

 

 

 



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